Wir bauen selbst mit Framer und empfehlen es regelmäßig — das vorweg, damit dieser Text nicht als Abrechnung gelesen wird. Für Marken- und Kampagnenseiten, die sich oft ändern und wenig strukturierte Inhalte haben, ist Framer 2026 oft die beste Wahl. Warum, steht in Framer vs. Webflow.
Es gibt aber einen Punkt, an dem eine Seite aus Framer herauswächst. Dieser Text beschreibt, woran man ihn erkennt, was ein Wechsel zu Nuxt tatsächlich bedeutet und wie wir ihn durchführen, ohne dass Rankings verloren gehen.
Die fünf Signale
Nicht jedes davon rechtfertigt allein einen Wechsel. Zwei oder drei zusammen tun es meistens.
1. Der Inhalt hat Struktur, die Framer nicht abbildet. Ein Verzeichnis mit Beziehungen zwischen Einträgen. Ein Blog mit mehreren Autoren, Kategorien und Sprachen, die alle eigene Seiten brauchen. Sobald Behelfslösungen — doppelte Einträge, Tags als Ersatz für Referenzen — den Alltag prägen, ist das Datenmodell zu klein geworden.
2. Mehrsprachigkeit wird ernst. Zwei Sprachen mit überschaubarer Seitenzahl gehen. Drei oder mehr mit unterschiedlichen Angeboten pro Markt, eigenen URLs und sauberer hreflang-Auszeichnung werden aufwendig und fehleranfällig.
3. Die Seite muss an Systeme andocken. Ein Login-Bereich mit Rollen. Eine Preisberechnung aus ERP-Daten. Ein Konfigurator. Eine Suche über tausende Datensätze. Alles, was über „Formular schickt E-Mail" hinausgeht.
4. SEO braucht Feinsteuerung. Ein zusammenhängender Schema-Graph, in dem Organisation, Leistung, Standort und Autor sauber aufeinander verweisen. Hunderte Weiterleitungen aus einem alten Relaunch. Kontrolle über Caching und Auslieferung bis auf die Ebene einzelner Routen. Das ist in Framer möglich, aber mühsam — und bei einer Seite, deren Hauptkanal die organische Suche ist, wird es zur Dauerarbeit.
5. Die Seite ist Teil eines Produkts. Wenn Marketing-Website, Kundenbereich und Anwendung zusammengehören, ist ein System, das alle drei trägt, günstiger als drei getrennte.
Was Nuxt anders macht
Nuxt ist ein Framework auf Basis von Vue: Es rendert Seiten auf dem Server, damit Suchmaschinen und AI-Crawler vollständiges HTML sehen, und macht sie im Browser dann interaktiv. Inhalte kommen aus einem Headless-CMS oder aus Markdown-Dateien im Projekt, Design entsteht aus Komponenten mit definierten Regeln.
Der praktische Unterschied zu Framer: Es gibt keine Leinwand. Änderungen am Layout sind Code-Änderungen. Das ist der Preis — und gleichzeitig der Grund, warum sich damit alles bauen lässt, was ein Browser kann.
Für Redaktionsteams ändert sich weniger, als es klingt: Texte, Bilder und neue Einträge werden im CMS gepflegt, nicht im Code. Was sich ändert, ist, wer neue Seitentypen anlegt.
Was ein Wechsel tatsächlich kostet
Ehrlich gerechnet gibt es drei Positionen:
Der Bau. Eine Marketing-Website mit den üblichen Seitentypen, mehrsprachig, mit CMS-Anbindung, liegt im Aufbau meist im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich — mehr, wenn Produktlogik dazukommt. Genaueres in Was kostet eine Website?.
Die Migration selbst. Inhalte übertragen, Weiterleitungen für jede alte URL, Bilder in passenden Größen, strukturierte Daten neu aufbauen. Dieser Teil wird oft unterschätzt und ist der, an dem Rankings verloren gehen, wenn er schlampig gemacht wird.
Der Betrieb danach. Hosting über Cloudflare ist günstig bis kostenlos. Was Geld kostet, ist Weiterentwicklung — und die sollte jemand machen können, der nicht das ursprüngliche Team ist.
Dem gegenüber steht, was der Wechsel spart: die Behelfslösungen, die Drittanbieter-Abos für Funktionen, die Framer nicht hat, und die Stunden, die im alten System für Dinge draufgingen, die dort nicht vorgesehen waren.
Wie wir migrieren, ohne Sichtbarkeit zu verlieren
Der Ablauf ist bei jedem Wechsel ähnlich, unabhängig vom Ausgangssystem:
- Vollständiger Crawl der alten Seite. Jede URL, jeder Titel, jede Beschreibung, jedes Ranking aus der Search Console. Das ist die Referenz.
- URL-Konzept vor dem Bau. Welche Adressen bleiben, welche ändern sich, wohin zeigt jede alte URL. Idealerweise ändern sich so wenige wie möglich.
- Bau auf einer Vorschau-Domain, die nicht indexiert wird — mit denselben Inhalten, verbessert, aber nicht unkenntlich.
- Weiterleitungen als Liste, jede einzeln geprüft, keine Ketten. Eine alte URL, ein Sprung, eine neue URL.
- Umschalten an einem Tag mit ruhigem Traffic, Sitemap neu einreichen, Search Console beobachten.
- Vier Wochen Nachbeobachtung. Rankings schwanken nach einer Migration kurz; was nach vier Wochen noch fehlt, hat einen konkreten Grund, den man findet.
Wer diesen Ablauf einhält, verliert keine Sichtbarkeit. Wer ihn abkürzt, verliert sie fast immer — nicht wegen Nuxt, sondern wegen der Abkürzung.
Wann ihr bei Framer bleiben solltet
Wenn keines der fünf Signale zutrifft. Wenn die Seite vor allem schnell und oft geändert werden muss und dafür heute niemanden braucht, der Code schreibt. Wenn die Person, die die Seite pflegt, in Framer zu Hause ist und das der wichtigste Faktor für Tempo ist.
Ein Wechsel, der nur aus technischer Vorliebe passiert, kostet Geld und bringt nichts. Wir sagen das auch dann, wenn wir das Nuxt-Projekt gerne gebaut hätten.
Steht ihr gerade vor dieser Frage, schreibt uns, wo das aktuelle System hakt. Wie wir dabei arbeiten, steht auf der Seite zu Development.


